Kommt er oder kommt er nicht? Seit Monaten stellte sich der HSV diese Frage. Nun steht die Antwort unmittelbar bevor. René Adler soll nach MOPO-Informationen noch in dieser Woche einen Vertrag beim HSV unterschreiben.
Im Oktober 2011 hatte der HSV dem Leverkusener Torwart ein Angebot unterbreitet. Der ablösefreie Ex-Nationalkeeper (bislang zehn Länderspiele) aber zögerte, forderte ein saftiges Handgeld, das gerüchteweise bei mehr als drei Millionen Euro gelegen haben soll. Mittlerweile aber sind Adlers Vorstellungen dem Realitätssinn gewichen. Bei Bayer hat der 27-Jährige nach der Verpflichtung von Top-Talent Bernd Leno (19) keine Zukunft, ein Wechsel ins Ausland scheitert am Mangel an Interessenten. Am Wochenende erzielte der HSV in den Gesprächen mit Adler den Durchbruch.
Eine Verpflichtung wäre für den HSV eine große Chance, schließlich sind die Qualitäten des zehnmaligen Nationalspielers unbestritten. Selbst Manchester United hatte nach Adlers Höhenflug vor einem Jahr mit einer Verpflichtung des Schlussmannes geliebäugelt. Dann aber meldeten sich die Patellasehnenprobleme, die Adler seit 2010 begleiten, zurück.
Der Ziehsohn von Bayer-Legende Rüdiger Vollborn musste operiert werden und konnte seit neun Monaten kein Spiel mehr absolvieren. Auch deswegen weigerte sich Adler zuletzt beharrlich dagegen, über seine Zukunft zu sprechen: „Das mache ich erst, wenn ich wieder gesund bin.“
Dem scheint nun fast so zu sein. Am Mittwoch kehrte der gebürtige Leipziger erstmals wieder auf den Trainingsplatz zurück. „Das Knie macht keine Probleme mehr“, sagte er. Nun will Adler fit werden. Für die kommende Saison. Für den HSV. Was dann mit Jaroslav Drobny (Vertrag bis 2013) geschieht, ist offen
Thorsten Fink scheint seine Pappenheimer zu kennen. Wer den HSV zuletzt mit dem Europacup in Verbindung brachte, bekam es zügig mit dem Trainer zu tun. Aus gutem Grund, wie seine Profis beim ernüchternden 1:3 gegen Werder Bremen bewiesen.
Es reicht noch nicht – diese Erkenntnis blieb. Mit sieben Punkten hatte sich der HSV nach der Winterpause aus dem Abstiegssumpf katapultiert, gegen Bremen sollte der nächste Schritt folgen. Doch der Bauchklatscher gegen den ewigen Nordrivalen beendete die Europacup-Ambitionen noch bevor sie richtig begonnen hatten. Dieser HSV ist einfach noch zu schlecht für Europa.
HSV: Wird das Derby gegen Werder nicht ausverkauft?
Gähnende Leere auch am Donnerstag vor den Ticket-Centern des HSV, nach wie vor sitzt der Verein auf 3000 Resttickets fürs Derby am Sonnabend gegen Werder . Ist der Nord-Schlager, bis vor kurzem noch DAS Highlight einer jeden Saison,womöglich gar nicht ausverkauft
Thorsten Fink mag daran nicht glauben. „Wenn angepfiffen wird, werden alle Karten weg sein“, vermutet der Trainer. Und könnte sich täuschen. Denn schon seit Tagen läuft der Ticketverkauf äußerst schleppend.
Woran aber liegt es? Vor allem wohl an der Häufung der Topspiele in den vergangenen Wochen. Nach Dortmund und Bayern präsentiert der HSV seinen Fans den dritten Knaller in Folge – und verlangt bis zu 84 Euro für eine Karte. Viele Fans haben einfach nicht die Kohle, um sich sämtliche Heimpartien der „Winter-Festspiele“ anzusehen.
Sollte die Hütte nicht voll werden, würde der HSV übrigens seinen Trend bestätigen. Schon in den vergangenen drei Jahren war das Nordderby nur einmal (2010) ausverkauft. Doch nach dem jüngsten sportlichen Aufschwung (nur eine Pleite in 13 Bundesligaspielen) rechneten die Klubbosse eigentlich fest mit einer proppenvollen Arena ..
Trainer Thorsten Fink hat gut Lachen: Unter ihm holte der HSV bislang 19 Zähler in den folgenden zwölf Spielen.
Als Tabellenletzter hatte Thorsten Fink im Oktober das Kommando übernommen. Sieben Punkte nach neun Spieltagen standen damals auf der Habenseite.
19 Zähler in den folgenden zwölf Spielen holte der HSV bislang unter Fink. Nur die Top Vier der Liga sammelten in diesem Zeitraum mehr Punkte. Unter Fink ist der HSV schon reif für Europa.
Die Hamburger sind auf dem Vormarsch. Und das sieht man langsam auch in der richtigen Tabelle. Als Zehnter (26 Punkte) liegt der Abstand zum Relegationsplatz bereits bei acht Zählern. Kürzer ist der Weg nach oben.
Nur noch fünf Punkte trennen den HSV von Platz sechs und damit der Europa-Cup-Qualifikation. Für Fink noch kein Grund zum Abheben oder Träumen.
„Wir müssen dranbleiben. Es sind auch mal schnell zwei Spiele verloren. Wir schielen mit einem Augen nach oben und mit einem nach unten“, so der Coach. Mladen Petric meint: „Wir können nicht immer die Ziele ändern, aber wenn wir den Anschluss haben, wollen wir die Chance nutzen und angreifen.“ Geht es mit Fink so weiter, ist es schon bald an der Zeit
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat den Hamburger SV zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verurteilt. Der DFB ahndete damit zwei Vorfälle im Fanblock der Hamburger in den vergangenen Wochen.
Im Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin hatten HSV-Anhänger am 28. Januar drei Knallkörper gezündet. Im Heimspiel der Norddeutschen gegen Bayern München am 4. Februar waren bengalische Feuer abgebrannt worden.